Wie Patienten die Therapie erlebten

Vor einiger Zeit haben Patienten ihre Eindrücke während der Therapie zu Papier gebracht. Daraus ist die Broschüre entstanden, die wir Ihnen unter der Überschrift
"Aus Patientensicht" auf den folgenden Seiten zeigen.

 

Ankunft

Der erste Schritt geschieht oft gezwungenermaßen - durch den Krankentransport. Meistens führt er in ein nahe gelegenes Krankenhaus, wo man mit Entsetzen feststellen muss, dass man "Alkoholabusus" getrieben hat. Vielen sagt dieses Wort vielleicht nichts, aber es heißt so viel wie: "Ich bin ein Alkoholiker!" - Na ja, jetzt sind wir leider schon so weit gekommen, zum Glück aber gibt es Menschen, die ihr Problem mit dem Alkohol selber erkennen und sich für den nächsten Schritt entscheiden - die Entgiftung.

 

Die Entgiftung wird aus medizinischen Gründen in einem Krankenhaus durchgeführt. Unter ärztlicher Aufsicht und medikamentöser Behandlung können die Risiken durch die bekannten Entzugserscheinungen, wie z.B. Krampfanfälle oder ein Delir, so gering wie möglich gehalten werden. Jeder von uns kennt in irgendeiner Weise die Entzugserscheinungen, der eine mehr – der andere weniger. Jeder weiß um den Kampf im Entzug – auch um die Gefahren und Risiken, die er mit sich bringen kann. Nach vielen Selbstheilungsversuchen im "kalten Entzug" – der übrigens einen sehr gefährlichen Ausgang nehmen kann - kommt wohl bei vielen Betroffenen irgendwann der Wunsch auf: "Das war mein letzter Entzug – nie wieder Alkohol!"

 

Aber was ist, wenn wir Tage, Wochen, Monate oder vielleicht manchmal sogar Jahre später wieder glauben, kontrolliert ein oder zwei Gläschen trinken zu können? Und wenn dann die Toleranzsteigerung bis hin zum Kontrollverlust wieder da ist?

 

In meinem Fall hegte ich diesen Wunsch auch schon seit vielen Jahren - "Nie wieder Alkohol!" – allerdings ohne dauerhaften Erfolg. Doch dann, endlich!, entschloss ich mich, den nächsten sehr wichtigen Schritt zu gehen. Ich fragte in meiner Suchtberatungsstelle nach Möglichkeiten einer sogenannten Langzeittherapie. Im Vorfeld hatte ich aus Gesprächen mit ehemaligen Patienten der Fachklinik Klosterwald schon einiges über den Therapieablauf und die Gegebenheiten in der Klinik in Erfahrung bringen können. Daraufhin beantragte ein Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle eine stationäre medizinische Rehabilitation, wie es offiziell heißt. Glücklicherweise wurde mir diese in der Fachklinik Klosterwald genehmigt.

 

Die Fachklinik Klosterwald ist sehr leicht zu finden und sehr gut zu erreichen. Sie liegt zwischen den beiden Ortschaften Hermsdorf und Bad Klosterlausnitz, was für viele von euch ein Begriff sein wird.

Verkehrsverbindungen bestehen wie folgt:

  • Eisenbahnstrecke 565 "Holzlandbahn" Bahnhof Hermsdorf – Klosterlausnitz
  • Autobahn A9, Ausfahrt Bad Klosterlausnitz (Nähe Autobahnkreuz Hermsdorf)

Wenn du in Bad Klosterlausnitz ankommst und nach "der Fachklinik" fragst, kann es passieren, dass du in die falsche Richtung geschickt wirst. Wenn du aber nach "dem Klosterwald" fragst, wird dir jeder den richtigen Weg weisen. Den Klosterwald kennt hier jeder und die Klosterwaldklinik auch.

Die Klinik besteht aus zwei Gebäudeteilen, aus einem Fachwerkaltbau sowie einem Neubau mit insgesamt einhundert Therapieplätzen für alkohol- und medikamentenabhängige Männer und Frauen, u. a. auch für betroffene Elternteile mit Kind.

Als ich hier ankam, wurde ich, und das war für mich sehr wichtig, als Mensch begrüßt und nicht als Schwerstkranker oder Behinderter. Natürlich ist es in den ersten Tagen nicht so leicht, Fuß zu fassen. Aber wenn man sich mit seinem Problem, dem Alkohol, beschäftigt, was ja auch viele Mitpatienten tun, wird es leichter.

Am Anfang, als mir gesagt wurde, ich darf die ersten Wochen das Grundstück der Klinik nicht verlassen, dachte ich, oh Gott, wie soll ich das durchstehen, aber ich erkannte schnell, diese Klinik ist kein Gefängnis. Hier gilt das Prinzip, dass Patienten gemeinsam mit den Ärzten, Psychologen, Therapeuten, Sozialarbeitern und dem Pflegedienst im vertrauensvollen Mit- und Füreinander an dem Ziel arbeiten, zu einer dauerhaften und zufriedenen Abstinenz für jeden einzelnen Betroffenen zu gelangen.

Auch in der Freizeit stehen uns Patienten zahlreiche Möglichkeiten offen, diese Zeit sinnvoll und interessenorientiert zu gestalten. Auch die Orte Bad Klosterlausnitz und Hermsdorf bieten den Patienten vielfältige Möglichkeiten, die Umgebung hier kennen zu lernen und zu erkunden.






Fachklinik Klosterwald GmbH Bahnhofstraße 33 07639 Bad Klosterlausnitz Telefon: 036601/ 85 90 Telefax: 036601/ 8 59 10