Geschäftsführer Christoph Lasch eröffnet den Erfahrunsgaustausch 2012
Auch der Erfahrungsaustausch im Jahr 2012 stand ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums der Klinikgründung. Wie in jedem Jahr am 3. Samstag im Juni haben sich auch diesmal weit über 500 ehemalige Patientinnen und Patienten unserer Fachklinik getroffen. Den Anfang setzte in diesem Jahr ein kleiner Rückblick auf die Geschichte der Klosterwaldklinik. Geschäftsführer Chritoph Lasch gewährte mit vielen Bildern und mancher Anekdote lebhafte Einblicke in die Vergangenheit. Manchem der Anwesenden wurde es warm ums Herz, da sie sich als Teil der Geschichte unserer Klinik sehen konnten.
Auch das Ritual der Anerkennung und der Austausch von Erfahrungen im großen Plenum gehörte am Vormittag wieder dazu. Es war dank vieler Wortmeldungen eine lebhafte und wertvolle Zeit mit vielen bewegenden Momenten in denen Ehemalige von ihrer Geschichte berichteten.
Die Mittagszeit wurde in und um die Fachklinik zum Wiedersehen, gemeinsam Essen und Lachen und für viele Geschpräche genutzt. Die Trommler der Regelschule Hermsdorf ließen ihr Können zur Freude und mit dem Applaus der Anwesenden weit in den Ort hinein erschallen. Alle die im letzten Jahr eine Baumpatenschaft übernommen hatten, konnten sich bei herrlichem Wetter ausgiebig von der gelungenen Neugestaltung des Parks und der Wirksamkeit ihrer Hilfe überzeugen.
Intensiv wurde der Auschtausch von Erfahrungen dann noch einmal in den traditionellen Gruppen am Nachmittag. Viele nutzen hier die Gelegenheit, mit ihrem alten Gruppentherapeuten mal wieder in der Runde zu sitzen und dabei über ihr abstinentes Lebens zu sprechen und von den Erfahrungen anderer zu hören.
Das letzte Wort zum Erfahrungsaustausch hatte in diesem Jahr ausnahmsweise nicht Chefarzt Christoph Kern. Obgleich er es sich nicht nehmen ließ im Abschlussplenum mit den Anwesenden angesichts von 20 Jahren Fachklinik Klsterwald über Zeit und Zeiterfahrung nachzudenken. Wichtig waren ihm die Zusammenhänge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die uns durchaus zu leben helfen können. Doch hob er die Wichtigkeit des Augenblicks hervor. Er ist das Stückchen Zeit, das uns wirklich zur Verfügung steht und das wir gestalten können.
Den Schlusspunkt aber setzte Geschäftsführer Christoph Lasch. Weil er fürchtete, es könne angesichts des Themas zu sehr ein Schwelgen in der Vergangenheit gegeben haben, wagte er einen Ausblick auf die Zukunft der Fachklinik. Doch ganz gleich welche Veränderungen die kommenden 20 Jahre bringen werden. Die Fachklinik Klosterwald bleibt mit ihrem Team Begleiter auf dem Weg aus der Abhängigkeit.
Der Gottesdienst am Sonntag, den ehemalige und aktuelle Patientinnen und Patienten gemeinsam mit der Gemeinde der Kirche am Klosterwald feierten, setzte noch einmal Akzente zum Thema Zeit. Zu dem Thema "Alles braucht seine Zeit" kamen Chorlieder und Bibeltexte zum Klingen, wurde der Verstorbenen gedacht, gebetet und gehört und gesungen. Mit den berühmten Gedicht aus dem Buch Kohelet (Prediger Salomo) leuchtete angesichts uns umtreibender Zeit und Zeiten das Vertrauen in Gott als den Lenker der Zeit auf. Dieses Vertrauen hilft uns, die eigene Zeit und ihre Möglichkeiten zu erkennen und mutig mit dem eigenen Leben zu füllen.
Von diesem Mut können wir berichten, wenn wir uns im nächsten Jahr wiedersehen, zum Erfahrungsaustausch
vom 15. bis 16. Juni 2013.
Bereits am 29. Februar 2012 begannen die Feierlichkeiten zum Jubiläum unserer Fachklinik mit der Eröffnung einer Ausstellung. Der Kunstverein "Klingenpresse" aus Tröbnitz stellt Werke seiner Mitglieder unter dem Thema "Seh(n)sucht" bis zum 25. Mai 2012 in der Fachklinik aus. Die Rede zur Eröffnung der Ausstellung hielt unsere ehemalige Chefärztin Frau Dr. Petra Krombholz.
Mit einem Fachtag am 1. März 2012 feierten wir ganz bewusst fachlich orientiert zum Datum der Kliniksgründung vor genau 20 Jahren. Das war Anlass für die uns grüßenden Gäste, den Blick auf die Zeit zurück zu wenden. Zu ihnen gehörten u.a. Superintendent Stephan Ringeis von der Evangelisch-methodistischen Kirche, Landrat Andreas Heller, die Bürgermeisterin von Bad Klosterlausnitz Gabriele Klotz und Pastor i.R. Wolfgang Ruhnow, der die Geschicke der Fachklinik von Anfang an wegweisend begleitet hat. Bereits 1991 hatten sich ein therapeutisches Team des damaligen Landesfachkrankenhauses Stadtroda und die Leitung des bis 1991 existierenden Theologischen Seminars der Evangelisch-methodistischen Kirche zusammen gefunden. Gemeinsam gab man dem Haus eine neue Aufgabe, was sich als große Herausforderung erwies. An dieser Stelle wurde ganz zu Recht an die erste Chefärztin unserer Fachklinik Frau Dr. Karin Grundig erinnert. Ohne ihren Willen und ihre Visionen wäre die Fachklinik wohl nicht Wirklichkeit geworden.
Den Festvortrag zum Fachtag hielt Dr. Andreas Koch, Geschäftsführer des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe (buss). Er hatte die Aufgabe den Blick in die Zukunft zu wagen. Unter dem Titel "Quo vadis Suchtkrankenhilfe?" ist ihm das auf kompetente und mitreißende Weise ausgezeichnet gelungen. Die zahlreichen Teilnehmenden des Fachtages, die zu einem großen Teil aus verschiedensten Suchthilfeeinrichtungen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern gekommen waren, zeigten sich ermutigt und gestärkt durch den Festvortrag.
Besondere Anerkennung erfuhren zum 20-jährigen Bestehen der Fachklinik die Mitarbeitenden, die von Anfang an bis heute der Fachklinik treu geblieben sind und also seit 20 Jahren durch ihr Engagement die Fachklinik in ihrer beständigen Entwicklung begleiten und diese gestalten. Sie wurden durch Pastor Frank Eibisch, der die Evangelisch-methodistische Bethanienstiftung, die Trägerin der Fachklinik vertrat, geehrt.
Der Nachmittag des Fachtages gehörte ganz der Erinnerung. Mit vielen Bildern erzählte Geschäftsführer Christoph Lasch Geschichte und Geschichten der Fachklinik Klosterwald und manche der Zuhörenden wussten aus ihrer Erinnerung eigene Anekdoten zu erzählen.
Der Ansturm der Interessierten, die am Tag der offenen Tür unsere Fachklinik näher kennenlernen wollten, hat uns positiv überrascht. Nicht nur aus unserer Nachbarschaft, sondern auch aus der näheren und ferneren Umgebung hatten sich am 3. März 2012 viele Neugierige aufgemacht, um mehr über die Arbeit der Fachklinik Klosterwald zu erfahren. Ihre Fragen wurden in vielen intensiven Gesprächen und bei den Führungen durch die Klinik beantwortet. Die Caffeteria lud außerdem zum Verweilen bei Kaffee und kleinen Köstlichkeiten ein.
Ihren Ausklang nahmen die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Fachklinik Klosterwald am Sonntag, dem 4. März 2012. Am Vormittag feierten die Fachklinik und die Gemeinde der Kirche am Klosterwald mit vielen Gästen, aktuellen und ehemaligen Patienten und Mitarbeitenden im Saal der Fachklinik einen Festgottesdienst. Nicht nur Gottes Segen in den vergangenen 20 Jahren, sondern auch das intensive Zusammenleben von Kirchgemeinde und Fachklinik waren Grund für herzliche Dankbarkeit und für viele stärkende Erinnerungen. So war es nicht verwunderlich, dass im Fürbittgebet des Gottesdienstes das fruchtbare Miteinander von Kirchgemeinde und Fachklinik und die Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt standen. Das an den Gottesdienst anschließende Kirchen-Café erweiterte sich wie von selbst zu einem kleinen Gemeindefest.
Am Nachmittag dann setzte das Bläserensemble "Classic Brass" einen fulminanten Schlusspunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten. Beim Thema "Royal Music" genossen die Zuhörenden mit Werken von William Byrd, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach wahrhaft königlich die außerordentliche Kunst der Mitglieder von "Calssic Brass".

Gruppentherapeut Andreas Heß beim Impuls am Vormittag
oder: Was hat Alf mit Machtlosigkeit zu tun ?
Am 18. Juli fand wie jedes Jahr der Erfahrungsaustausch in der Fachklinik Klosterwald statt. Unserer Einladung folgten um die 500 ehemalige Patientinnen und Patienten, Angehörige und Freunde , sodass das Haus gut gefüllt war.
Im Impulsreferat, welches Andreas Heß als langjähriger und erfahrener Gruppentherapeut zur Einleitung in unser Thema hielt, stellte er das Thema Machtlosigkeit in den Kontext der Therapieinhalte und manch einer fühlte sich wohl erinnert an Auseinandersetzungen mit sich selbst und anderen, die sich gerade aus diesem Thema ergeben. Erstmals wurde zu einem Erfahrungsaustausch ein Außerirdischer zitiert, welcher auf seine ganz eigen Weise Machtlosigkeit interpretiert. ALF: „Finde heraus was du nicht kannst und dann lass es !“
Dass dies nicht so einfach ist, wie es beim ersten hören klingt, berichteten im Anschluss Patientinnen und Patienten. Sehr persönlich und bewegend ließen sie andere an den eigenen Erfahrungen teilhaben. Das Eingeständnis in die Tatsache, dass es Dinge gibt, die wir nicht oder nicht mehr können, scheint somit nicht in erster Linie eine Ein- oder Beschränkung zu sein, sondern kann als etwas sehr befreiendes und unbeschwertes verstanden und wohl auch gelebt werden. Das machte nachdenklich und mutig und manch einer brachte die angeschnittenen Themen in die am Nachmittag stattgefundenen „Meetings“ in den Gruppen mit.
Bei den zahlreichen Möglichkeiten sich auszutauschen oder auch miteinander ins Gespräch zu kommen, blieben, so unser Eindruck, oftmals diejenigen bedacht, die nicht da waren obwohl man doch fest mit ihnen gerechnet hat. Manch einer war der Einzige aus der ehemaligen Gruppe. Wo wenn nicht hier wird das Thema dies Tages plötzlich ganz nah. Machtlos.
Den inhaltlichen Abschluss des Tages bildeten die Ausführungen des Chefarztes Christoph Kern im großen Plenum. Er ging in seinen Ausführungen einerseits auf die 12 Schritte der Anonymen Alkoholiker ein, deren Traditionen auch im Therapieverlauf eine tragende rolle spielen. Andererseits setzte er den Umstand der Machtlosigkeit in den Bezug zu Alltagssituationen, welche jeder oder jede in unterschiedlicher Form bereits erlebt hat. So ist das Eingeständnis einer Machtlosigkeit eben kein suchtspezifisches Phänomen, sondern begegnet uns in vielfältiger Weise immer wieder.
Zum Gottesdienst am Sonntag konnte all jener gedacht werden, die auf Grund ihrer Erkrankung nicht mehr am Leben sind. Pastor Eric Söllner ging in seiner Predigt auf die Hoffnung und die Chance ein, welche sich für Menschen ergibt, die die eigene Machtlosigkeit annehmen und leben können, in der Gewissheit getragen zu werden.
Wir erlebten diesen Erfahrungsaustausch bereichernd und gelungen. Für manchen Patienten ist dies immer wieder ein Tag zum Mut machen, Mut durchzuhalten, sich dem Alltag zu stellen und auch Mut loszulassen wo dies notwendig erscheint. In diesem Sinn hoffen wir im kommenden Jahr viele Patientinnen und Patienten wiederzusehen.
(MT)

Prof. Dr. Jox beim Vortrag
Am 3. November 2010 fand in der Fachklinik wieder ein Fachtag für Einrichtungen und Mitarbeitenden der Suchthilfe statt. Wie sich zeigte, hatte das gewählte Thema "Schweigepflicht und Datenschutz in der Suchthilfe" einen Nerv getroffen. Mit über 140 Teilnehmenden waren beinahe dreimal so viele nach Bad Klosterlausnitz gekommen, als in den Jahren zuvor.
Die Fachtagbesucher und -besucherinnen wurden von Chefarzt Dr. Christoph Kern herzlich in der Fachklinik begrüßt. Anschließend führte der Referent des Tages, Prof. Dr. Rolf L. Jox, in das Thema ein und nahm den Anwesenden als Jurist die Scheu vor juristischer Sprache und Spitzfindigkeit. In der Auseinandersetzung mit den Gesetzestexten und den täglichen Realitäten in der Suchthilfearbeit wusste Prof. Dr. Jox das Thema lebensnah zu gestalten. Als Professor der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln ist Dr. Jox maßgeblich an der Entwicklung des Masterstudiengangs Suchthilfe beteiligt und lehrt u.a. Sozialrecht und Suchtrecht.
Nachdem die Teilnehmenden also mit "Handwerkszeug" insbesondere zur Schweigepflicht ausgestattet waren, konnten sie in Kleingruppen selbst zu Fallbeispielen arbeiten. In der anschließenden gemeinsamen Auswertung zeigte sich, dass konkrete Kenntnis und Rückbezug auf die Gesetze Sicherheit im Umgang z.B. mit Auskunftsanfragen durch Behörden ermöglichen.
Nach der Mittagspause hatten die Fachtagbesucherinnen und - besucher Gelegenheit in Hausrundführungen die Klinik besser oder neu kennen zu lernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über neueste Entwicklungen in der Fachklinik am Klosterwald zu informieren.

Beim Eröffnungsmeeting
Zum nun bereits fünfzehnten Erfahrungsaustausch waren ca.460 ehemalige Patienten, Angehörige und Freunde in unsere Fachklinik gekommen. Die Plenumsitzung am Vormittag begann mit der schon traditionellen Begrüßung durch den Geschäftsführer Christoph Lasch. Dieser konnte in der gut gefüllten Halle in viele erwartungsfrohe Gesichter sehen.
Die Klinik war festlich geschmückt, und die Küche sowie viele zusätzliche Helfer hatten eine reichhaltige, liebevoll gestaltete Versorgung vorbereitet.
Auch das Ritual der Anerkennung hatte seinen festen Platz zum Auftakt des Ehemaligentreffens. Hier wurden die Patienten geehrt, die von einem Tag bis zu über zwanzig Jahren ohne Alkohol leben. Eine ermutigende Erfahrung.
Impulsreferat „Veränderung ist möglich“
Das Impulsreferat zum Tagesthema hielt Therapeut Matthias Thuß. Dabei stellte er fest, dass uns vor allem in der kommerziellen Werbung Veränderungen als leicht und schnell machbar angepriesen werden. Doch eine kleine Kapsel, die uns den Diäterfolg verspricht oder neue Möbel, mit denen bei uns ein neues Lebensgefühl einziehen soll, stehen nicht für echte, innere Veränderungen. Diese gehen auch nicht leicht und schnell vonstatten, sondern erfordern Geduld und sind mitunter auch schmerzhaft. Matthias Thuß lies seine Impulse mit einem Zitat von Mahatma Gandhi ausklingen: "Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst!"
Erfahrungen werden ausgetauscht
Das anschließende Plenum bot dann, moderiert von den beiden Therapeuten Jana Saul-Boock und Olaf Szakinnis, erste Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.
Der ehemalige Patient, der zuerst das Wort ergriff, war extra von seiner Arbeitsstelle in Finnland angereist, um diesen Tag miterleben zu können. Ein anderer berichtete, dass er seit 18 Jahren ohne Alkohol lebt. Seinerzeit war er im Rollstuhl in die Klinik gekommen. Jetzt stand er- augenscheinlicher Beweis für mögliche Veränderungen – fest auf seinen beiden Beinen vor dem Plenum. Ein Gast betonte, wie wichtig gerade kleine Veränderungen des Verhaltens sind, wie z. B., sich an bestimmte Regeln zu halten. In dem sehr lebendigen und vielfältigen Erfahrungsaustausch wurde mehrfach berichtet, dass der dauerhafte Anschluss an unterschiedliche Selbsthilfegruppen den ständig weitergehenden Veränderungsprozess begleitet, sichert und ihm immer wieder neue Anstöße gibt.
Der Basar der Ergotherapie, ein Bücherverkauf in der Bibliothek, eine Trommelgruppe von Kindern und Jugendlichen, die in der Mittagszeit auftrat, boten Möglichkeiten, die Mittagspause nicht nur mit den vielfältigen lukullischen Angeboten auszufüllen. Wesentlich waren natürlich, wie immer, die vielen Begegnungen und Gespräche, die sich überall ergaben.
Für die mitgereisten Kinder wurde wieder ein breites Spiel- und Bastelangebot in der Kirche am Klosterwald bereit gehalten.
Die ehemaligen Patientinnen und Patienten der Fachklinik aber auch deren Angehörige hatten am Nachmittag in kleineren Gruppen dann wieder Gelegenheit, den Erfahrungsaustausch konzentriert fortzusetzen.
Abschluss im Plenum
Der vor kurzem neu eingeführte Chefarzt der Fachklinik, Herr Christoph Kern, übernahm die Tradition seiner Vorgängerinnen und rundete diese festliche Veranstaltung durch ein Referat zum Thema ab. Veränderungen, so führte er aus, seien Zeichen des Lebens. Dennoch scheuen wir uns vor Veränderungen, versuchen sie zu vermeiden oder erleben solche, die von Außen auf uns zukommen als Bedrohung. Darum, so Chefarzt Kern weiter, erleben wir oft unvermeidliche Veränderungen nur so, dass wir auf sie reagieren, statt sie selbst agierend zu suchen. Wir benötigen Mut, Hoffnung und Disziplin sowie ein konkretes Ziel, um aktiv Veränderungen herbeizuführen. Auch Herr Kern schloss sein Referat mit einem Zitat: „Willst du dein Land verändern, verändere deine Stadt! Willst du deine Stadt verändern, verändere dein Haus! Willst du dein Haus verändern, verändere dich selbst!" (Ein arabisches Sprichwort)
Gottesdienst am Sonntag – „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“
Mit diesem Bibelwort aus dem Lukasevangelium begann am Sonntagmorgen der Gottesdienst zum Abschluss des Erfahrungsaustausches. Ihn feierten aktuelle und ehemalige Patientinnen und Patienten der Fachklinik gemeinsam mit der Gemeinde der Kirche am Klosterwald, die auf vielfältige Weise mit der Klinik verbunden ist.
Auch der Gottesdienst stand ganz unter dem Thema des Ehemaligentreffens, denn für die nötigen und guten Veränderungsprozesse brauchen wir Ermutigung und einen Halt außerhalb unserer selbst. So betonte Pastor Eric Söllner in seiner Predigt zu Joh 8,1-11 das große Vertrauen, das Gott in uns setzt. Ganz anders als wir, die wir uns und andere gern an dem festmachen, was misslingt und fehl geht, traut Gott uns Veränderung zum Guten zu, führte Pastor Söllner aus. Mit diesem Vertrauen gewinnen wir Mut, Veränderungen anzugehen.
Im Gottesdienst, den der Chor der Klosterwaldkirche mitgestaltete, hatte auch die Fürbitte für aktuelle und ehemalige Patientinnen und Patienten ihren Platz, genau so wie das Gedenken an die Verstorbenen.
Unter der Verheißung, dass Gott unser Leben durch Veränderungen segnet, spannte der Gottesdienst an seinem Ende den Bogen aus bis zum Erfahrungsaustausch im Jahre 2011. Von welchen Veränderungen können wir wohl berichten, wenn wir uns dann wiedersehen?
Nach mehr als 18 Jahren Tätigkeit in der Fachklinik Klosterwald, davon 10 Jahre als leitende Ärztin, wurde Frau Petra Krombholz in einer Feierstunde am 3. Juni in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Gäste kamen zusammen, um mit ihr auf die gemeinsame Zeit zurückzublicken. Musikalisch begleitet wurde die Feier vom Ensmble "Akut" in dem ihr Sohn mit drei ärztlichen Kollegen besinnliche Lieder zu Gehör brachte. Frau Chefärztin Kromholz ist außerdem als Künstlerin überregional bekannt geworden. Sie verbaschiedete sich deshalb mit einer Ausstellung "Wetterchaos", die noch bis Ende Juli in der Fachklinik Klosterwald zu besichtigen ist.
In der Feier am 3. Juni wurde gleichzeitig Herr Christoph Kern als neuer Chefarzt in sein Amt eingeführt. Herr Kern ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und seit 2003 in der Fachklinik Klosterwald als Oberarzt beschäftigt.


















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